Palliativ Care

Was ist (Ambulante) Palliativ Care?

Es geht um eine aus der Hospizbewegung entwickelte umfassende Versorgung von Schwerkranken.

Eine genaue Übersetzung des Begriffs ist schwer zu finden. Care ist in diesem Sinne mehr als "nur" Pflege. Palliativ leitet sich aus dem lateinischem Wort "pallium" (Mantel, Hülle Bedeckung) ab. Er umschreibt die Situation in der medizinischen Behandlung, in welcher der Aspekt der Linderung vor dem der Heilung tritt und medizinische Maßnahmen der Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität dienen.

So geht es bei der (Ambulanten) Palliativ Care Pflege um eine umfassende Versorgung von Schwerkranken und Sterbenden in der letzten Lebensphase. Dabei steht die Verbesserung der Lebensqualität und die Linderung von Schmerzen im Vordergrund.

Der Tod wird weder beschleunigt noch ausgeblendet. Palliativ Care integriert psycho-soziale und spirituelle Aspekte und bietet Unterstützung an, um Bezugspersonen und Angehörigen zu helfen und mit der Situation von Abschied und Trauer leben zu können.

Kosteneinsparungspotential und Qualität der Ambulanten Palliativ Care

Im Elisabeth Krankenhaus gibt es eine Onkologie mit 60 Betten, wovon 8 Palliativ Betten sind. Die bisherige Alternative für die Ambulante Palliativ Care Pflege war eine stationäre Behandlung. Hier wird der Gedanke der Vernetzung bzw. einer kontinuierlichen ganzheitlichen Betreuung besonders deutlich. Je nach Stadium der Erkrankung und dem gegebenen Umfeld des Patienten kann eine adäquate Behandlung angeboten werden. Um die Ökonomische Komponente dabei aufzuzeigen soll hier konkret ein Beispiel eines Patienten der Ambulanten Palliativ Care Pflege aufgezeigt werden.

Die Pflege beim stationären Aufenthalt würde wie folgt vergütet:

Basispflegesatz 64,73 € pro Tag
Abteilungspflegesatz(Angliederung Onkologie) 233,75 € pro Tag
ergibt für durchschnittlich 13 Pflegetage: 3.880,00 € (zuzgl.Wahlleistungen)

Für die ambulante Palliative Care Pflege würde dagegen vergütet:

Tagessatz 86,92 € pro Tag
ergibt für durchschnittlich 13 Pflegetage: 1.130,00
Ersparnis: 2.750,00

Dies ist ein symptomatisches Beispiel dafür, dass eine enge Vernetzung der verschiedenen Leistungsstufen und Instanzen zu wesentlichen Einsparpotentialen führen kann.

Qualitätsstandard

Was ist aber mit der Qualität der Leistung und dem Qualitätsstandard?

Wenn in diesem Zusammenhang von Qualität gesprochen wird, dann geht es weniger um die Medizin. Sie kann hier nicht mehr heilen, nur die Schmerzen lindern und den Sterbeprozeß durch medizinische Intervention erleichtern. Qualität wird hier eher definiert durch die strukturell-organisatorische Umgebung, den Ort an welchem Begleitung statt findet. Es macht einen Unterschied aus, an welchem Ort der Patient stirbt. Gerade die ambulante Form läßt für den Patienten mehr Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zu und erhöht in gewissem Maße auch die Qualität der Leistung. Die familiäre Einbindung des Patienten und damit auch die Übernahme von Teilaufgaben der Pflege bis hin zum "Notfallmanagement" wird heutzutage aber immer schwieriger (s.o.). So muß im Einzelfall entschieden werden, für welchen Patienten überhaupt eine ambulante Palliativ Pflege ratsam und zutreffend ist.

Aber selbst bei gleichbleibender Qualität sollte hier der Gedanke der "Evidence Base Medicin" (bei gleicher Qualität der medizinischen Leistung die kostengünstige Variante präferieren) verfolgt werden und die Einsparpotentiale die die Ambulante Palliativ Care Pflege aufzeigt unbedingt genutzt werden. Die Ambulante Palliativ Care Pflege ist sicher noch nicht "des Weisheit letzter Schluß", versucht aber einen Weg aufzuzeigen, Qualitätsstandard neu in diesem Bereich zu definieren (Best Practise) und Einsparpotentiale eines Gesundheitsnetzwerks mit enger Vernetzung aufzuzeigen.