Neuigkeiten aus dem Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen

Dienstag, 26.05.2026

„Ich kann nicht heilen, aber zuhören“ – Pfarrer Matthias Irmer geht in Rente

Mit einem offenen Ohr, viel Ruhe und einem feinen Gespür für die Menschen verabschiedet sich Pfarrer Matthias Irmer aus dem Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen in den Ruhestand. Ende Mai endet für den evangelischen Krankenhausseelsorger ein Kapitel, das mitten in einer der schwierigsten Zeiten begann: im Oktober 2020, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie.

„Es war schwierig, mitten in der Pandemie hier Fuß zu fassen“, erinnert sich der 66-Jährige. Besuchsverbote, Abstand, Unsicherheit – ausgerechnet in dieser Zeit kam er nach Recklinghausen. Doch das Ankommen gelang schneller als gedacht. „Ich habe schnell gemerkt, dass hier alle eine nette, freundliche Familie sind, von der ich sehr herzlich aufgenommen wurde.“

Dabei war die Situation damals auch personell besonders: An seiner Seite stand zunächst noch der langjährige katholische Krankenhausseelsorger Pfarrer Ludger Bomers, der kurze Zeit später in den Ruhestand ging und kurz darauf verstorben ist. „Er hat mir sehr geholfen“, sagt Irmer rückblickend. Nach dessen Ausscheiden hielt er die Krankenhausseelsorge zunächst allein am Laufen, bis mit Pfarrer Andreas Floringer ein katholischer Nachfolger gefunden wurde.

Neu war die Arbeit im Krankenhaus für Irmer nicht. Bereits 17 Jahre lang war er zuvor als Krankenhausseelsorger in Castrop-Rauxel tätig gewesen. Und dennoch sei das Elisabeth Krankenhaus etwas Besonderes gewesen. „‚Team Eli‘ – das stimmt einfach“, sagt er. „Es gibt hier viele langjährige Mitarbeitende, wenig Fluktuation und Menschen, die mit Seelsorge wirklich etwas anfangen können.“ Dass das Haus katholisch geprägt ist, sei zwar spürbar aber habe dabei keine zu große Rolle gespielt. „Auch wenn ich aus einer anderen Konfession komme, wurde ich hier mit offenen Armen aufgenommen und habe mich hier immer sehr wohlgefühlt.“

Vor allem die Begegnungen mit den Patientinnen und Patienten werden ihm fehlen. Viele Gespräche seien intensiv gewesen, manchmal auch schwer, oft aber auch sehr berührend. „Ich kann Kranke nicht heilen“, sagt Irmer. „Aber ich kann zuhören.“ Genau darin habe er immer den Sinn seiner Arbeit gesehen: Menschen in schwierigen Situationen beizustehen, Sorgen auszuhalten und gemeinsam ein Stück Weg zu gehen.

Gottesdienste in der Krankenhauskapelle habe er zwar nur wenige gehalten, an die ein oder andere Predigt erinnert er sich aber gerne zurück. Darüber hinaus war er im evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen regelmäßig in Vertretungsaufgaben tätig.

Ganz loslassen möchte er seine Berufung allerdings noch nicht. „Die Vorstellung, plötzlich nichts mehr vor der Brust zu haben, ist schon ein komisches Gefühl“, sagt er mit einem Lächeln. Gut vorstellen könne er sich deshalb, auch künftig ehrenamtlich in der offenen Seelsorge aktiv zu bleiben.

Zunächst freut sich der angehende Ruheständler aber vor allem auf mehr Zeit mit seiner Familie — und auf einen bevorstehenden Umzug, der sicherlich alles andere als langweilig wird.

 

Unser katholischer Seelsorger, Pfarrer Andreas Floringer, bleibt weiterhin hauptamtlich bei uns tätig.

Weitere Informationen zu unserer Seelsorge finden Sie hier.