Neuigkeiten aus dem Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen

Donnerstag, 16.08.2018

Ein Tag mit Anästhesist Dr. Wiechers

14.000 Schritte, also rund zehn Kilometer legt Dr. Thomas Wiechers Tag für Tag im Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen zwischen OP-Saal, Intensivstation, Patientenzimmern, Kardiologie und Notaufnahme zurück. „Heute ist es zum Glück etwas ruhiger“, bemerkt der Oberarzt der Anästhesie. Unterwegs ist der 56-Jährige trotzdem permanent. Denn seine Aufgaben sind vielfältig, seine Arbeit ist unter den Kollegen viel geschätzt.

Morgens um 7 Uhr beginnt Dr. Wiechers seinen Dienst – nicht mit einer Narkose am OP-Tisch, sondern auf der Intensivstation. Er übernimmt die Patienten vom Nachtdienst, checkt ihre Akten und schaut nach ihrem Zustand. Dann beginnt die Routinearbeit. „Ich schreibe Medikationspläne, ordne Untersuchungen an, lege Venenzugänge, bin für die Schmerztherapie zuständig und wenn es auf den Stationen ein Problem gibt, klingelt mein Telefon“, erklärt Dr. Wiechers auf dem Weg ins Zentrum für ambulantes Operieren. Zwei Patienten haben ihre kleinen Eingriffe gut überstanden und sind schon wieder mobil. Dr. Wiechers will sie noch einmal sehen, bevor sie nach Hause entlassen werden können. Sein mobiles Telefon ertönt – der OP. Der Aorteneingriff ist gut verlaufen, Dr. Wiechers kann den Patienten nun abholen. Der Weg ist kurz: OP und Intensivstation liegen direkt nebeneinander.

Doch vorher gibt es noch einen kleinen Zwischenstopp: Ein Kollege der Unfallchirurgie reicht ihm eine Akte. Eine Patientin muss kurzfristig am nächsten Morgen operiert werden. Dr. Wiechers wird sie später auf ihrem Zimmer besuchen und das Narkose-Gespräch mit ihr und möglicherweise ihren Angehörigen führen. „Wir verabreichen nichts, ohne den Patienten vorher gesehen zu haben und suchen immer nach der besten Methode für jeden einzelnen“, versichert der Oberarzt. „Die Medizin im Bereich der Anästhesie ist viel weiter als noch vor ein paar Jahren. Nebenwirkungen gibt es seltener, die Medikamente sind verträglicher geworden.“ Wenn dann doch einmal unerwartet Komplikationen auftreten, muss jeder Handgriff sitzen. Dr. Wiechers: „Deshalb sitzt der Anästhesist zur Beobachtung und zum schnellen Eingreifen während der kompletten OP neben dem Patienten.“

Seit 21 Jahren ist Dr. Wiechers am Elisabeth Krankenhaus tätig, 19 Jahre davon als Oberarzt. „Ich fühle mich hier wohl, möchte die familiäre Grundstimmung nicht missen“, sagt der Facharzt für Anästhesie, Palliativ- und Notfallmedizin. Seinem Job geht er mit Leib und Seele nach. Patienten zu helfen, ihnen die Schmerzen zu nehmen und ein offenes Ohr für ihre Sorgen zu haben, ist ihm eine Herzensangelegenheit. Nach Dienstende schaut Dr. Wiechers wieder auf seinen Schrittzähler: 12.871 zeigt das Gerät. „Es war also tatsächlicher ruhiger als gewöhnlich. Jetzt bleiben mir mehr Schritte für meine Hunde.“