Neuigkeiten aus dem Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen

Dienstag, 14.04.2026

Präzision fürs Herz: Neue Technologie gegen Vorhofflimmern am Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen

Wenn das Herz stolpert, rast oder unregelmäßig schlägt, verunsichert das viele Betroffene. Herzrhythmusstörungen gehören zu den häufigsten Herzerkrankungen – allen voran das Vorhofflimmern. Dabei gerät die elektrische Steuerung des Herzens durcheinander. Ab April steht im Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen eine neue, besonders schonende Behandlungsmethode zur Verfügung, die sogenannte „Pulsed Field Ablation“ (PFA).

Um Vorhofflimmern präzise zu erkennen und zu behandeln, kommt Am Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen künftig ein neues dreidimensionales Navigationssystem zum Einsatz: Abbott Laboratories EnSite™ X. Dieses moderne 3D-Mapping-System erstellt ein detailgetreues Bild des Herzens am Computer und stellt gleichzeitig die elektrischen Aktivitäten dar. Ärzte können in Echtzeit sehen, wie sich die Impulse im Herzgewebe ausbreiten. Pfeile zeigen direkt an, in welche Richtung der elektrische Strom fließt. Auch Narbengewebe lässt sich klar von gesundem Gewebe unterscheiden. Neu ist, dass das System sowohl über Impedanzmessung als auch mithilfe eines Magnetfelds arbeitet, also zwei Systeme vereint. Dadurch wird die Darstellung besonders stabil und exakt – ohne Röntgenstrahlen.

Normalerweise schlägt das Herz in Ruhe etwa 60- bis 70-mal pro Minute. Jeder Herzschlag wird durch einen elektrischen Impuls ausgelöst. Der elektrische Reiz breitet sich über das sogenannte Reizleitungssystem durch das Herz aus. Ist dieser Ablauf gestört etwa durch zusätzliche Impulse, spricht man von einer Herzrhythmusstörung.

Das Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. In vielen Fällen entstehen die auslösenden Störimpulse im Bereich der Lungenvenen, also dort, wo diese in die linke Vorkammer münden. Ziel der Behandlung ist es, die Störquellen gezielt auszuschalten, damit die fehlerhaften Impulse nicht mehr in den Herzmuskel gelangen.

Die Pulsed Field Ablation erfolgt über einen Katheter, der über ein Blutgefäß bis ins Herz vorgeschoben wird. Bisher wurden die störenden Bereiche meist mit Hitze (Radiofrequenz) oder Kälte (Kryotherapie) verödet. Dabei entsteht gezielt Narbengewebe, das wie eine Barriere wirkt und die Weiterleitung der Störimpulse blockiert. Allerdings können Hitze oder Kälte in seltenen Fällen auch umliegende Strukturen wie die Speiseröhre, Blutgefäße oder Nerven beeinträchtigen.

Die Pulsed Field Ablation geht einen anderen Weg. Über den Katheter werden ultrakurze, hochintensive elektrische Impulse an das betroffene Herzgewebe abgegeben. Diese Impulse erzeugen winzige Poren in der Zellmembran der Herzmuskelzellen. Die Zellen werden dadurch instabil und sterben kontrolliert ab. Das behandelte Gewebe kann keine Störsignale mehr weiterleiten – der normale Herzrhythmus kann sich wieder durchsetzen. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es sehr gezielt auf Herzmuskelzellen wirkt, während

andere Gewebearten, wie etwa die Speiseröhre oder das Zwerchfell, aufgrund einer anderen Zellbeschaffung nicht auf diese Impulse reagieren. Zudem dauert die Abgabe der elektrischen Impulse jeweils nur wenige Sekunden, sodass sich die gesamte Eingriffszeit im Vergleich zu früheren Verfahren deutlich verkürzt.

Dank des technischen Fortschritts und moderner digitaler Navigationssysteme lassen sich Herzrhythmusstörungen heute wesentlich genauer diagnostizieren und individueller behandeln als noch vor einigen Jahren. Mit der Einführung der Pulsed Field Ablation in Kombination mit modernstem 3D-Mapping erweitert das Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen sein Angebot um eine innovative und schonende Therapieoption für Patienten mit Vorhofflimmern – mit dem Ziel, Sicherheit, Präzision und Lebensqualität weiter zu verbessern.