Neuigkeiten aus dem Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen

Dienstag, 19.06.2018

Abendsprechstunde "Wenn die Luft zum Atmen fehlt"

Der Atem wird schwer – zunächst nur bei körperlichen Belastungen, dann kommt die Luftnot selbst in Ruhelagen. Die Ursachen sind vielfältig. Herzschwäche und die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, auch COPD genannt, sind zwei der häufigsten Ursachen der Luftnot. Die Chefärzte Dr. Thomas Lawo und Dr. Yavuz Yildirim-Fahlbusch klären unserer Abendsprechstunde am Montag, 25. Juni, 18.30 Uhr, im Fritz-Husemann-Haus auf, wie Sie damit umgehen können.

In seinem Vortrag „Wenn das Herz seine Kraft verliert“ erklärt Dr. Thomas Lawo, wie man eine Herzschwäche bemerkt, wann wie zu handeln ist und welche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Welche Herzkrankheiten verursachen Atemnot? Welche therapeutischen Optionen gibt es?

Ist das Herz zu schwach, genügend sauerstoffreiches Blut durch den Körper zu pumpen, lässt auch die Leistungsfähigkeit des Patienten immer mehr nach. Im Elisabeth-Krankenhaus Recklinghausen reagiert das Kardiologie-Team um Chefarzt Dr. Thomas Lawo im Katheterlabor mit modernster Technik auf die Auslöser.

Viele Ursachen können die Pumpleistung des Herzens reduzieren: hoher Blutdruck, Herzklappenerkrankungen, Durchblutungs- oder Rhythmusstörungen und ein Herzinfarkt bei dem Muskelgewebe abstirbt. Aber auch eine Herzmuskelentzündung kann Auslöser sein, dann können auch junge Patienten an einer Schwäche leiden. Die Kardiologen im Elisabeth-Krankenhaus gehen den Ursachen mit modernsten technischen Möglichkeiten auf den Grund.

Um die Schwäche in den Griff zu kriegen, helfen oft schon die richtigen Tabletten oder kleine Eingriffe. „Wer mit akuter Atemnot aufgrund einer Herzschwäche zu uns kommt, bekommt Medikamente, die das Herz entlassen“, erklärt Dr. Lawo. Entwässerung und Senkung des Blutdrucks bringen erste Linderung. Für viele Patienten ist die Medikation schon ausreichend. „Falls nicht, müssen wir weitere Schritte durchgehen“, so Dr. Lawo. Ultraschall und Katheteruntersuchung bringen weitere Antworten.

100.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland am plötzlichen Herztod. Das ist die häufigste Todesursache. Dr. Lawo erklärt: „Die linke Kammer ist der Motor des Herzens. Liegt dort eine eingeschränkte Pumpfunktion vor, ist das Risiko hoch und man muss dringend behandeln. Ein Defibrillator beispielsweise kann das Risiko senken.“

Um das Herz gesund zuhalten und einer Schwäche vorzubeugen, braucht es – man ahnt es bereits - vor allem Bewegung und Sport, um dem Muskel Kraft zu verleihen. Dr. Lawo gibt Tipps zum richtigen Training und zur Gewichtsreduktion. „Und vor allem eins steht an erster Stelle“, betont Dr. Lawo und appelliert: „Hören Sie auf, zu rauchen.“

Dem Appell schließt sich Dr. Yavuz Yildirim-Fahlbusch in seinem Vortrag an. Denn Rauchen ist die Hauptursache für die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). COPD bezeichnet die Erkrankung der Lunge mit Einschränkung der Atemstromstärke bzw. mit Erhöhung des Atemwegswiderstandes. Die Verengung der Atemwege ist vor allem auf die chronisch-obstruktive Bronchitis mit und ohne Lungenemphysem - eine irreversible Überblähung der Lungenbläschen. Dies kann zu Atemnot und vor allem beim Ausatmen zu Problemen führen.

Die COPD zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es im Jahr 2007 210 Millionen Betroffene. Man geht davon aus, dass COPD in der Liste der häufigsten Todesursachen weltweit im Jahr 2030 den vierten Platz einnehmen wird (hinter der koronaren Herzerkrankung, dem Schlaganfall und HIV/AIDS), in Deutschland wird bis zum Jahr 2030 mit einem Anstieg auf 7,9 Millionen Betroffene gerechnet.

Als Ursache für den weltweiten Anstieg der COPD-Fälle nennt die WHO Innenraum-Luftverschmutzung in Entwicklungsländern, wie sie etwa durch das Kochen am offenen Feuer entsteht, und die Tatsache, dass in den Industrienationen immer mehr Frauen rauchen. Deshalb dürften die Krankheitsraten in Zukunft vor allem in der weiblichen Bevölkerung steigen.

 

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Medienhaus Bauer statt. Der Eintritt ist frei!